God of War 2 überflügelt seinen genialen Vorgänger und bietet brachialste Unterhaltung in Perfektion.Als der griechische Hühne
Kratos vor rund zwei Jahren sein Debüt auf der PlayStation 2 feierte, war sich die Welt einig:
God of War ist eines der gelungensten und gewaltigsten Spiele unserer Zeit. Dementsprechend hoch sind natürlich die Erwartungen an den nun erschienenen zweiten Teil der Griechen-Saga. Wir haben
Kratos neuestes Abenteuer auf Herz und Niere gestestet und präsentieren den Befund wie immer im entsprechenden
Master-Review.
Vom Mensch zum Gott, vom Gott zum MenschWir erinnern uns: Nachdem
Kratos im ersten Teil den grausamen Kriegsgott
Ares mit Hilfe der anderen Götter besiegte, wurde er selbst zum Herrscher über alle bewaffneten Auseinandersetzungen. Genau hier
setzt der zweite Teil an.
Kratos ist immer noch nicht über den Verlust seiner Familie hinweg und macht weiterhin die Götter für sein Schicksal verantwortlich. So versucht er seine
Wut und Trauer in zahlreichen Kriegen zu ersticken. Die Götter wollen sich das blutige Treiben nicht weiter mit ansehen und entziehen
Kratos flugs seine übermenschlichen Kräfte. Zeus höchstpersönlich ist es schließlich, der den Antihelden in die Tiefen des Hades verbannt - nichts ahnend, dass dort bereits mächtige Wesen darauf warten, den gefallenen Sohn Spartas für ihr Zwecke zu aquirieren ...
All dies wird im wohl
spektakulärsten ersten Level der Videospielgeschichte mittels Ingame- und Rendersequenzen sowie ganz viel "selber Spielen" erzählt. Gleich zu Beginn muss man sich nämlich mit dem gewaltigsten Bossgegner des gesamten Spiels herumschlagen: Dem Koloss von Rhodoss, welcher von den Göttern zum Leben erweckt wurde, um
Kratos zu töten.
This is Kratos!Wer den Vorgänger gespielt hat, weiß, was ihn im Spielverlauf erwartet. Auch
God of War 2 mischt geschickt
brutalste Gemetzel mit zahlreichen verschiedenen Gegnertypen,
Rätseleinlagen und Geschicklichkeits-Passagen und vereint all dies zu einem beeindruckenden Ganzen. Während die Rätsel nach wie vor übersichtlich und intuitiv gehalten sind, um den Spielfluss nicht zu stören, haben das Kampfsystem sowie die Sprungpassagen deutlich an Tiefe gewonnen. So sorgen
zwei neue Waffen (Speer und Kriegshammer) und weitere Magieattacken für ein komplett neues Kampf-Feeling, während die Move-Palette von
Kratos' Ketten-Klingen erweitert wurde. Außerdem gibt es zahllose neu
Trigger-Events, in denen man blitzschnell eingeblendete Tastenkombinationen eingeben muss, um beispielsweise einen großen Feind zu finishen oder einem Würgegriff zu entkommen.
Besonders bei den im Vergleich zum Vorgänger
wesentlich häufiger auftretenden Endgegnern sorgen diese Events für spektakuläre Kampfsequenzen mit halsbrecherischen Kamerafahrten und stylisch eingesetzten Zeitlupeneffekten. Überhaupt zeigt sich die grafische Darstellung von
God of War 2 wieder absolut göttlich. Sonys Vorzeige-Serie ist das Beste, was man derzeit auf der PlayStation 2 findet und lässt sogar einige Next-Generation-Titel alt aussehen. Seien es die Effekte, teils riesigen Gegner, Animationen oder Levelarchitektur – alles bewegt sich auf einem immens hohen Niveau und lässt einem dauerhaft die Kinnlade nach unten klappen. Lediglich
gelegentlich auftretendes Tearing gibt es anzukreiden.
Swinging God of WarAuch bei den Geschicklichkeits-Passagen hat man sich einiges Neues einfallen lassen. Neben dem bekannte Erklimmen von Steilwänden, Springen über Abgründe, Hangeln an Vorsprüngen und Balancieren über dünne
Holzstege kann sich
Kratos nun auch an hervorstehenden Felsen entlang schwingen. Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, an bestimmten Stellen kurz die
Zeit anzuhalten, um zeitkritische Situationen zu meistern oder Gegner fast ohne Gegenwehr zu verkloppen. Knifflig wird es manchmal dann, wenn all dies kombiniert wird. So erfordern einige Rätsel beispielsweise das Umlegen eines Schalters, anschließendes Anhalten der Zeit und dann blitzschnelles Klettern und Schwingen zu einem Tor, welches sich ansonsten nach einigen Sekunden wieder schließt.
Im späteren Spielverlauf findet Hühne
Kratos auch noch die
Flügel des Ikarus, mit denen er kurze Strecken gleiten kann. Apropos fliegen: Um noch mehr Abwechslung in den ohnehin sehr vielfältigen Actioncocktail zu bringen, verschlägt es
Kratos beizeiten
auf den Rücken eines Pegasus. In anschließend folgenden Flugabschnitten weicht man mit Hilfe des geflügelten Pferdes feindlichen Angriffen aus und beharkt böse Greifen und riesige Raubvögel mit seinen Klingen und Rammattacken. Natürlich gibt es auch in diesen Abschnitten spektakuläre Trigger-Events, um Feinden endgültig den Garaus zu machen.
Episches AbenteuerBleiben nur noch zwei Fragen zu klären: Wie ist die akustische Untermalung des epochalen Abenteuer-Spektakels und weiß der Titel auch im Umfang zu überzeugen? Beide Fragen können mit einem klaren Ja
» Die Grafik ist göttlich. |
beantwortet werden. Die
Musikuntermalung steht der eines Hollywood-Blockbuster in nichts nach und bietet orchestrale Stücke vom feinsten, die perfekt das epische Geschehen auf dem Bildschirm untermalen. Selbes gilt auch für die wuchtigen Soundeffekte und multilinguale Sprachausgabe.
Im Umfang darf sich
God of War 2 mit soliden
zwölf bis 15 Stunden schmücken. Außerdem sorgen vier Schwierigkeitsgrade und extrem großzügig verteilte Checkpoints dafür, dass alle Spielertypen eine Chance beim Durchspielen haben. Hardcore-Zocker dürften sich an dieser Stelle besonders über den schweren Titanen-Modus freuen. Darüber hinaus gibt es sieben spezielle Herausforderungen, welche man nach dem Abschluss des Story-Modus freischaltet, sowie alternative Kostüme für Kratos. Ein Video-Theater lässt Interessierte sämtliche Zwischensequenzen nochmals erleben. Mehrspieler-Modi gibt es nach wie vor allerdings nicht.