Gelungenes Echtzeitstrategiespiel mit einer epischen Geschichte sowie bombastischen Präsentation.
Das unentdeckte Land Ein Jahr ist seit den Ereignissen von
Final Fantasy XII vergangen. Mittlerweile konnte sich
Vaan seinen Traum, Luftpirat zu werden, erfüllen und bereist zusammen mit
Penelo die
» Massenschlachten stehen an der Tagesordnung. |
Welt von
Ivalice, immer auf der Suche nach Schätzen sowie neuen Abenteuern. Doch erneut nimmt ihr Schicksal eine unerwartete Wende, als ein mysteriöses Luftschiff in ihrer Heimatstadt
Rabanastre landet. Natürlich können die jungen Helden nicht widerstehen und versuchen die Situation zu klären, als plötzlich der unbekannte Metallvogel abhebt und sie zur legendären Luftinsel
Lemures bringt. In dem einstigen Idyll tobt seit kurzem ein Krieg, angezettelt vom übermächtigen
Richter der Schwingen. Diese Tragödie können
Vaan und seine Freunde nicht mit ansehen und versuchen deshalb gemeinsam das Unheil abzuwenden.
Final Fantasy XII: Revenant Wings für den Nintendo DS wartet dabei mit zahlreichen überraschenden Wendungen auf, welche den Spieler von Anfang bis Ende an die beiden Bildschirme fesselt. Erzählt wird die Geschichte mittels
spektakulären Rendersequenzen und nett inszenierten Dialogen - ohne Sprachausgabe - vor sowie nach den Missionen. Im Gegensatz zum PS2-Original handelt es sich beim Handheld-Ableger um ein
Echtzeitstrategiespiel mit kleinen RPG-Elementen. So stehen actionreiche Massenschlachten auf dem Programm, die geschicktes Truppenmanagement und schnelle Reaktionen erfordern.
Touch me Die
Steuerung des Games ist äußerst simpel ausgefallen. Wählt man per Stylus eine Einheit aus und klickt an eine beliebige Stelle auf der Karte, so bewegt sich die Figur unverzüglich dort hin.
» Interessante Dialoge prägen das Bild. |
Feindliche Truppen müssen ebenfalls nur angetippt werden und schon führen die eigenen Charaktere automatisch den Angriffsbefehl aus. Zu dem integrierten die Entwickler Schnelltasten, um das Auswählen aller Einheiten zu erleichtern. Im Praxistest erwies sich jedoch eine Mischung aus Touchpen- und Tasten-Steuerung als am komfortabelsten. Im Gegensatz zu anderen Echtzeitstrategiespielen gibt es im
Final Fantasy XII-Ableger keinen Basisaufbau. Um weitere Truppen – so genannte
Esper – zu rufen, bedarf es nur eines
Beschwörungsportals. Allerdings setzte
Square Enix ein
Einheitenlimit in jeder Mission fest, welches unendliches Beschwören verhindert.
Durch die vorgegebene Kapazität spielt das Truppenmanagement eine bedeutende Rolle in
Revenant Wings. So folgt das Game einem klassischen
„Stein-Schere-Papier“-Prinzip, denn es stehen insgesamt drei Einheitentypen zur Verfügung – Nah, Fern und Flug. Jede
Esper-Gattung ist also einer anderen über- bzw. unterlegen, außerdem sollten bei der Auswahl auch die Elemente, wie z.B. Feuer, Wasser oder Blitz, berücksichtigt werden. Dadurch erhält das Spiel eine taktische Note, die letztendlich über Sieg oder Niederlage entscheidet.
Ein Hauch von RPG Die KI und Wegfindung der Charaktere funktioniert in den meisten Fällen wirklich gut, nur gelegentlich bleiben Figuren an engen Stellen hängen. Dieses kleine Manko ist aufgrund seiner Seltenheit durchaus
» Mittels dieses Ringes werden neue Esper frei geschaltet. |
verschmerzbar. Die Hauptcharaktere, wie z.B.
Vaan oder
Penelo, steigen im Spielverlauf Stufen auf und verbessern so ihre Attribute und
erlernen neue Spezialfähigkeiten. Eine Fertigkeit kann stets als so genanntes
Gambit festgelegt werden, wodurch die Figuren diese selbstständig ausführen. Mit der Zeit erlernen die Helden auch mächtige
Mysth-Teks, die beim Gegner verheerenden Schaden anrichten oder die gesamte Truppe heilen.
Mittels des
Rings des Paktes kann der Spieler durch simples Anklicken seinem Sortiment neue
Esper hinzufügen und diese im Kampf beschwören. Zudem können die Hauptcharaktere mit Waffen, Rüstungen und Accessoires ausgestattet werden, um die Überlebenschancen drastisch zu steigern. Diese RPG-Elemente sowie die Gespräche außerhalb der Aufträge mit den NPCs sorgen für die nötige Auflockerung. Die
zahlreichen Haupt- und Nebenmissionen wissen mit ihrer Abwechselung zu begeistern. So gilt es nicht nur alle Gegner zu vernichten, sondern auch bestimmte Gegenstände zu finden, Orte einzunehmen, NPCs zu beschützen oder gar an den Feinden vorbei zu schleichen. Außerdem dauern die meisten Aufträge durchschnittlich nur fünf bis fünfzehn Minuten. Ideal für ein kurzweiliges Spielchen.
Farbenfrohes Abenteuer Leider hat das Game mit
Balancing-Problemen zu kämpfen. Die meisten Missionen lassen sich ganz leicht beim ersten Anlauf meistern, jedoch stellen andere eine fast unlösbare
» Alle Angriffe werden spektakulär in Szene gesetzt. |
Aufgabe dar. Dies liegt an den sehr durchschlagskräftigen Bossgegnern sowie den chaotischen Massenschlachten. Viel zu oft geht die Übersicht und somit auch die Kontrolle über die eigenen Charaktere verloren, auch fehlinterpretierte Klicks stehen an der Tagesordnung. Zum Glück kann jede Mission sofort und beliebig oft wiederholt werden, was den Frustfaktor auf einem akzeptablen Niveau hält. Außerdem erhalten
Vaan und Kumpanen trotz der Niederlage einen Teil der Erfahrungspunkte, wodurch sie eventuell eine Stufe aufsteigen und kräftiger zuschlagen.
Bei der Präsentation hat
Square Enix alle Reserven des Handhelds ausgenützt und brennt ein
wahres Grafikfeuerwerk ab. So begeistern wunderschöne CG-Videosequenzen das Auge und treiben die Geschichte voran. Beim Grafikstil setzten die Entwickler allerdings auf einen
farbenfrohen Anime-Stil, anstatt auf den erwachsenen Look aus dem PS2-Original. Die 2D-Figuren versprühen jedoch reichlich Charme und wurden mit viel Liebe zum Detail entworfen. Die dreidimensionalen Umgebungen wissen ebenfalls mit scharfer und detaillierter Optik zu bestechen. Der
atmosphärische Soundtrack ist sowieso über jeden Zweifel erhaben und wartet mit einigen bekannten Melodien aus
Final Fantasy XII auf.