Konsequent verbesserte Fortsetzung der Action-Strategie-Scharmützel, die jedoch zuweilen in Hektik ausartet.
Funny WarsVor rund zweieinhalb Jahren beehrte
Kuju Entertainment die Gamecube-Fangemeinde mit einem amüsanten und erfrischenden Spinoff zur renommierten
Advance Wars-Reihe. Aufgrund der relativ kurzen Spieldauer und
» Auch zu Wasser kommt es oft zu Gefechten. |
fehlenden Mehrspieler-Modi blieb
Battalion Wars allerdings der Aufstieg in den Wertungsolymp versagt. Mit
Battalion Wars II (kurz BWii) möchte
Kuju diese Versäumnisse aufarbeiten und bietet eine
rundum verbesserte Fortsetzung für die Wii an. Das grundlegende Spielprinzip wurde nicht angefasst und so präsentiert sich BWii nach wie vor als Third-Person-Shooter mit leichtem Strategie-Einschlag. Die Verwandtschaft zur
Advance Wars-Reihe bleibt also weiterhin auf ein Minimum beschränkt.
Mit Wiimote und Nunchuk übernehmt ihr die Kontrolle über eure Einheiten. Die Steuerung geht dabei gut von der Hand und gibt sich konventionell. Mit dem Analogstick steuert ihr den ausgewählten Kämpfer, durch Zeigebewegungen mit der Wiimote wird gezielt. Den übrigen Truppen aus eurem Verband dürft ihr Kommandos zum Angriff oder Halten einer Stellung geben. Wenn jedoch mal Not am Manne ist, kann jede Einheit auch selbst gesteuert werden. Von Gewehrschützen über leichte Panzer und Kampfhelikopter bis hin zu U-Booten erhaltet ihr eine Vielzahl von Einsichten ins Gefecht.
Politkritik in Videospielen?Auch der Story-Modus erlaubt Einblicke aus unterschiedlichen Perspektiven. Im Laufe der
sechs Kampagnen übernehmt ihr die Führung der verschiedenen Großmächte, die bereits aus dem Vorgänger bekannt sind. Anspielungen auf
» Jetzt wird schweres Geschütz aufgefahren. |
real existierende Politprotagonisten sind dabei sicher kein Zufall. Das Imperium der Sonne persifliert so etwa die Japaner, während die Angloinseln eine Karikatur der Briten darstellen. Dass dann auch noch das Geschehen rund um die Scharmützel viel aktuelles Zeitgeschehen auf die Schippe nimmt (z.B. eine Präventive Invasion auf der Suche nach Massenvernichtungswaffen), rundet den
subtilen Humor von BWii besonders ab.
Leider ist auch dieses Mal die
Spieldauer etwas kurz geraten. Nach acht bis zehn Stunden sollte die Kampagnen absolviert sein. Perfektionisten nehmen das Spiel danach gleich noch mal in Angriff, um überall A- und S-Rankings zu erlangen. Auf diese Weise könnt ihr noch einiges an Bonusmaterial wie Konzeptskizzen und Einheitendossiers frei schalten. Alles ganz nett, aber einen echten Mehrwert bieten diese Goodies für Soloplayer wohl kaum.
Gemeinsam statt einsamAuch die allgemein
sehr straffe Missionsstruktur gibt Grund zum Klagen. Der große Handlungsfreiraum, der durch die Steuerung vieler verschiedener Einheiten gewonnen wird, ist in den Kampagnen sogleich wieder
» Dem Sonnenuntergang entgegen. |
auf ein erkleckliches Minimum reduziert. Ständig gilt es vorgegebene Teilziele auf dem Weg zum Sieg zu erfüllen und so hangelt man sich äußerst linear durch die prinzipiell gelungenen Schlachtfelder. Etwas mehr Freiheiten gewähren da die
drei Online-Multiplayer-Modi.
Zu zweit dürft ihr über WiFi-Connection eine Reihe von Missionen
kooperativ oder im Duell absolvieren. Im kooperativen Modus ist Zusammenarbeit besonders wichtig, da jeweils die Einheiten eines Spielers über Stärken verfügen, die dem Partner fehlen. Zum Beispiel steuert ein Zocker die Luftabwehr, während der zweite das Kommando über die Panzerabwehr übernimmt. Auch die VS.-Modi wissen durchaus zu überzeugen. Im Modus
Gefecht gewinnt derjenige, der innerhalb eines Zeitlimits die meisten gegnerischen Einheiten eliminiert. Im Modus
Angriff wiederum muss einer der Spieler die Basis des Gegenübers einnehmen. Die Belagerung von Waffenfabriken sorgt hierbei für Nachschub auf der jeweiligen Seite der Front.
Drehwurm?Auch technisch gibt sich BWii keine Blöße. Zwar reizt der Titel die Kapazitäten der Wii nicht aus, im Vergleich zum Vorgänger wirkt die Grafik jedoch insgesamt um einiges ansprechender. Auch in der Tonabteilung wurde
» Der Bomber macht Kleinholz aus feindlichen Stellungen. |
alles richtig gemacht. Der Soundtrackuntermalt das Geschehen in passender Weise und eine Menge
überzeugendes Voice Acting trägt zusätzlich zur Stimmung bei. Die Sprachausgabe ist dabei durchwegs in Englisch gehalten, deutsche Untertitel stehen allerdings zur Verfügung. Leider weist der Titel auch einige entscheidende Macken auf, die den insgesamt hervorragenden Gesamteindruck entscheidend schmälern.
Die bereits angeschnittene Linearität trägt erheblich dazu bei, den taktischen Tiefgang zu schmälern. Im Solo-Modus läuft es zumeist nur darauf hinaus, das nächste Ziel mit der richtigen Einheit anzugreifen. Dass das Spielprinzip zu mehr taugt, beweisen die Mehrspielermodi jedoch anschaulich. Ein weiteres Manko stellt die oftmals
nicht vorhandene Übersicht im Schlachtgeschehen dar. Beim Wechsel zwischen den Einheiten orientiert sich die Kamera nämlich nach der Blickrichtung der jeweiligen Einheit. Da die einzelnen Truppen jedoch meist eher zufällig angeordnet sind, geht beim Kontrollwechsel regelmäßig jeglicher Überblick völlig verloren und sorgt für unnötig brenzlige Momente auf dem Schlachtfeld.