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Battalion Wars 2

» Autor: Wolfgang Radax
» Datum: 28.06.2008
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Konsequent verbesserte Fortsetzung der Action-Strategie-Scharmützel, die jedoch zuweilen in Hektik ausartet.

Funny Wars
Vor rund zweieinhalb Jahren beehrte Kuju Entertainment die Gamecube-Fangemeinde mit einem amüsanten und erfrischenden Spinoff zur renommierten Advance Wars-Reihe. Aufgrund der relativ kurzen Spieldauer und
» Auch zu Wasser kommt es oft zu Gefechten.
fehlenden Mehrspieler-Modi blieb Battalion Wars allerdings der Aufstieg in den Wertungsolymp versagt. Mit Battalion Wars II (kurz BWii) möchte Kuju diese Versäumnisse aufarbeiten und bietet eine rundum verbesserte Fortsetzung für die Wii an. Das grundlegende Spielprinzip wurde nicht angefasst und so präsentiert sich BWii nach wie vor als Third-Person-Shooter mit leichtem Strategie-Einschlag. Die Verwandtschaft zur Advance Wars-Reihe bleibt also weiterhin auf ein Minimum beschränkt.

Mit Wiimote und Nunchuk übernehmt ihr die Kontrolle über eure Einheiten. Die Steuerung geht dabei gut von der Hand und gibt sich konventionell. Mit dem Analogstick steuert ihr den ausgewählten Kämpfer, durch Zeigebewegungen mit der Wiimote wird gezielt. Den übrigen Truppen aus eurem Verband dürft ihr Kommandos zum Angriff oder Halten einer Stellung geben. Wenn jedoch mal Not am Manne ist, kann jede Einheit auch selbst gesteuert werden. Von Gewehrschützen über leichte Panzer und Kampfhelikopter bis hin zu U-Booten erhaltet ihr eine Vielzahl von Einsichten ins Gefecht.

Politkritik in Videospielen?
Auch der Story-Modus erlaubt Einblicke aus unterschiedlichen Perspektiven. Im Laufe der sechs Kampagnen übernehmt ihr die Führung der verschiedenen Großmächte, die bereits aus dem Vorgänger bekannt sind. Anspielungen auf
» Jetzt wird schweres Geschütz aufgefahren.
real existierende Politprotagonisten sind dabei sicher kein Zufall. Das Imperium der Sonne persifliert so etwa die Japaner, während die Angloinseln eine Karikatur der Briten darstellen. Dass dann auch noch das Geschehen rund um die Scharmützel viel aktuelles Zeitgeschehen auf die Schippe nimmt (z.B. eine Präventive Invasion auf der Suche nach Massenvernichtungswaffen), rundet den subtilen Humor von BWii besonders ab.

Leider ist auch dieses Mal die Spieldauer etwas kurz geraten. Nach acht bis zehn Stunden sollte die Kampagnen absolviert sein. Perfektionisten nehmen das Spiel danach gleich noch mal in Angriff, um überall A- und S-Rankings zu erlangen. Auf diese Weise könnt ihr noch einiges an Bonusmaterial wie Konzeptskizzen und Einheitendossiers frei schalten. Alles ganz nett, aber einen echten Mehrwert bieten diese Goodies für Soloplayer wohl kaum.

Gemeinsam statt einsam
Auch die allgemein sehr straffe Missionsstruktur gibt Grund zum Klagen. Der große Handlungsfreiraum, der durch die Steuerung vieler verschiedener Einheiten gewonnen wird, ist in den Kampagnen sogleich wieder
» Dem Sonnenuntergang entgegen.
auf ein erkleckliches Minimum reduziert. Ständig gilt es vorgegebene Teilziele auf dem Weg zum Sieg zu erfüllen und so hangelt man sich äußerst linear durch die prinzipiell gelungenen Schlachtfelder. Etwas mehr Freiheiten gewähren da die drei Online-Multiplayer-Modi.

Zu zweit dürft ihr über WiFi-Connection eine Reihe von Missionen kooperativ oder im Duell absolvieren. Im kooperativen Modus ist Zusammenarbeit besonders wichtig, da jeweils die Einheiten eines Spielers über Stärken verfügen, die dem Partner fehlen. Zum Beispiel steuert ein Zocker die Luftabwehr, während der zweite das Kommando über die Panzerabwehr übernimmt. Auch die VS.-Modi wissen durchaus zu überzeugen. Im Modus Gefecht gewinnt derjenige, der innerhalb eines Zeitlimits die meisten gegnerischen Einheiten eliminiert. Im Modus Angriff wiederum muss einer der Spieler die Basis des Gegenübers einnehmen. Die Belagerung von Waffenfabriken sorgt hierbei für Nachschub auf der jeweiligen Seite der Front.

Drehwurm?
Auch technisch gibt sich BWii keine Blöße. Zwar reizt der Titel die Kapazitäten der Wii nicht aus, im Vergleich zum Vorgänger wirkt die Grafik jedoch insgesamt um einiges ansprechender. Auch in der Tonabteilung wurde
» Der Bomber macht Kleinholz aus feindlichen Stellungen.
alles richtig gemacht. Der Soundtrackuntermalt das Geschehen in passender Weise und eine Menge überzeugendes Voice Acting trägt zusätzlich zur Stimmung bei. Die Sprachausgabe ist dabei durchwegs in Englisch gehalten, deutsche Untertitel stehen allerdings zur Verfügung. Leider weist der Titel auch einige entscheidende Macken auf, die den insgesamt hervorragenden Gesamteindruck entscheidend schmälern.

Die bereits angeschnittene Linearität trägt erheblich dazu bei, den taktischen Tiefgang zu schmälern. Im Solo-Modus läuft es zumeist nur darauf hinaus, das nächste Ziel mit der richtigen Einheit anzugreifen. Dass das Spielprinzip zu mehr taugt, beweisen die Mehrspielermodi jedoch anschaulich. Ein weiteres Manko stellt die oftmals nicht vorhandene Übersicht im Schlachtgeschehen dar. Beim Wechsel zwischen den Einheiten orientiert sich die Kamera nämlich nach der Blickrichtung der jeweiligen Einheit. Da die einzelnen Truppen jedoch meist eher zufällig angeordnet sind, geht beim Kontrollwechsel regelmäßig jeglicher Überblick völlig verloren und sorgt für unnötig brenzlige Momente auf dem Schlachtfeld.
Pro
Unterhaltsame Kampagnen
Abwechslungsreich
Gelungene Online-Mehrspieler-Modi
Subtiler Humor
Überzeugendes Voice Acting
Contra
Öfters unübersichtlich
Kein taktischer Tiefgang
Lineare Missionsstruktur
Fazit
Auch dieses Mal fällt der Story-Modus etwas kurz aus, aber dafür wissen die einzelnen Kampagnen von Battalion Wars II deutlich besser zu unterhalten. Optisch hat BWii merklich zugelegt, wobei man jedoch aufrichtigerweise hinzufügen muss, dass in Sachen Grafik noch viel Luft nach oben wäre. Akkustisch bewegt sich das Kuji-Produkt wie schon Teil 1 auf durchwegs hohem Niveau, vor allem das Voice Acting ist besonders gut gelungen. Die großen Handlungsfreiräume werden leider nur im durchwegs gelungenen Multiplayer-Modus ausgeschöpft. Einzelspieler sehen sich einer vorrangig linearen Missionsstruktur gegenüber, die nur wenig Spielraum für ausgefeilte taktische Überlegungen lässt. Dennoch machen die Kampagnen über die gesamte Spieldauer hin durchgängig Spaß. Das schwerwiegendste Manko der Wii-Fortsetzung bildet die stellenweise chaotische Kameraführung. Im Normalfall wird das Geschehen gut eingefangen, aber beim Einheitenwechsel kommt es regelmäßig zu Orientierungslosigkeit, was euch besonders mitten in einem Angriff teuer zu stehen kommen kann. Battalion Wars II übertrifft seinen Gamecube-Vorgänger in allen Belangen und man sieht dem Titel deutlich an, dass sich Kuju Entertainment die am Erstlingswerk vorgebrachte Kritik zu Herzen genommen hat. Wer mit den erwähnten Mängeln leben kann, findet hier humorvolle und actionreiche Einzel- und Mehrspielerunterhaltung mit leichtem Strategieeinschlag.
Infos
Erhältlich für
Genre
Strategie
   Action-Strategie
Publisher
Nintendo
Entwickler
Nintendo
Website
-
Release
15. Februar 2008
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»  Game World
»  game4game
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82
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