Quasi-Addon zum Vollpreis, das sehr gut unterhält.
Zurück nach VegasIn Las Vegas ist es immer Nacht und in Las Vegas gibt es nur Kasinos. Diese allgemein vorherrschende Vorstellung der Spielerstadt mitten in der Wüste Nevadas bediente auch
Rainbow Six: Vegas vor rund
» Gemeinsam sind wir stark! |
eineinhalb Jahren perfekt. Nun ist der Nachfolger erschienen und räumt kräftig mit diesem Bild auf. Statt nachts durch funkelnde und blinkende Kasinosäle zu schreiten oder sich wilde Schusswechsel auf den durch Neontafeln und bunten Werbeemblemen erhellten Straßen zu liefern, bietet
Rainbow Six: Vegas 2 überwiegend
Alltags-Szenarios bei Tageslicht.
So kämpft sich der Spieler als Elitepolizist durch Hinterhöfe und Lagerhallen sowie über Kasinodächer. Das sorgt zwar einerseits für gelungene Abwechslung im Vergleich zum Vorgänger, wirkt andererseits aber bei weitem nicht so beeindruckend und schick wie im ersten Teil. Das liegt zum Einen in der Natur der Umgebungen, die einfach viel weniger Hingucker bieten, andererseits aber auch an der mittlerweile überholten Grafik – was vor eineinhalb Jahren noch als optisch schick galt, ist heute eher
gehobene Standardkost. Immerhin hat man es geschafft, die magere Mehrspieler-Optik des Vorgängers aufzubohren.
Neuer Held, altes SpielNeu mit an Bord ist nicht nur ein anderer Held, sondern auch das A.C.E.S.-System. Dieses belohnt den Spieler in allen Modi des Games für besonders gelungene Abschüsse wie beispielsweise das Töten aus großer Entfernung oder durch Kopfschüsse
» Vorteil durch Überraschungs-Effekt. |
mit Erfahrungspunkten in drei Kategorieren: Sturm, Scharfschütze und Nahkampf. Außerdem gibt es allgemeine Erfahrungspunkte, welche nach und nach zur Verbesserung des Spielerranges beitragen. All dies wiederum schaltet neue Waffen in verschiedenen Kategorien, Panzerungen und Klamotten frei, welche bei Missionsbeginn und an Versorgungsstationen beliebig ausgerüstet werden dürfen.
Ansonsten zeigt sich das Gameplay exakt wie beim Vorgänger. Solange sich Held Bishop bewegt, verfolgt der Spieler das Geschehen aus der
Egoperspektive. Mittels L2-Button kann allerdings an fast sämtlichen Objekten im Spiel – seien es Mauern, Tische, Zäune oder Autos – in Deckung gegangen werden. Hier schaltet das Programm dann in die
Third-Person-Perspektive um, um einen besseren Überblick zu gewähren. Doch Vorsicht: Nicht alle Materialen bieten optimalen Schutz! Natürlich darf man sich jederzeit aus der Deckung herauslehnen, um Feinde unter Beschuss zu nehmen. Auch das populäre
Blindfeuern ist möglich. Hierbei hält der Protagonist lediglich seine Waffe aus der Deckung und gibt unpräzise Salven ab.
Drei-Mann-ArmeeEin Mann macht natürlich noch keine Spezialeinheit aus. Daher wird der Protagonist wie auch im ersten Teil von zwei KI-gesteuerten Kameraden begleitet, die auf
einfache Befehle wie "Dorthin bewegen", "Ziel angreifen"
» Der Mix aus Ego- und Third-Person-Perspektive geht auf. |
oder "Kamerad heilen" hören. Vor Türen lassen sich durch Drücken der Richtungstasten zudem bestimmte Scriptereignisse wie "Raum stürmen und säubern" oder "Feinde blenden" ausführen. Mittels Snake-Cam, welche unter Türen hindurchgeschoben werden kann, dürfen vorher sogar bestimmte Ziele mit Prioritäten belegt werden. Allerdings spielt dieses Feature wie bereits im Vorgänger lediglich in ein paar wenigen Geisel-Situationen eine größere Rolle.
Die typische Tom Clancy-Story rund um Terroristen, Giftgas, Anschläge auf amerikanische Einrichtungen und eine superelitäre Spezialtruppe – die übrigens direkt mit dem ersten Teil verwoben ist – zeigt sich so
generisch wie solide inszeniert. Wie im ersten Teil erlebt man sämtliche storyrelevanten Eregnisse direkt Ingame - Sowohl aktiv als auch passiv beim Betrachten von Videobotschaften. Grafisch ist das Spiel wie eingangs erwähnt nur noch ordentlich, akustisch gibt es dafür voll auf die Ohren. Abseits der soliden Musikuntermalung sind es vor allem die krachigen Waffensounds, die für ein herzhaftes Ballerfeeling sorgen.
Online-VegasWie beim ersten Teil haben die Macher bei Ubisoft natürlich auch in
Rainbow Six: Vegas 2 besonderes Augenmerk auf den Mehrspieler-Modus gelegt. Die wichtigste Verbesserung findet sich hierbei im Kooperations-Modus. Statt
» Prachtvolle Kasinosäle sind eher die Ausnahme. |
nur einzelne Abschnitte der Kampagne zusammen zu bestreiten, darf die Kampagne nun in einem Rutsch mit einem Freund angegangen werden. Und auch ansonsten wird gewohnt hochwertige und abwechslungsreiche Kost geboten.
Zehn Spielmodi sorgen im Verbund mit den zahlreichen Waffen und Ausrüstungsgegenständen für
gefällige Mehrspieler-Action, die genretypisch sehr taktisch angehaucht ist. Nur wer im Team agiert und vorsichtig vorgeht, kann hier punkten.
Neben klassischem (Team-)Deathmatch sorgen die Spielmodi Eroberung, Angriff und Verteidigung, Zerstörung, Info-Beschaffung, Team-Anführer und Geiselrettung für spannende Schlachten gegen andere Spieler. Im
Koop-Modus hingegen geht man wie bereits erwähnt zusammen mit einem Freund die Story des Titels an. Die Terroristen-Jagd erlaubt es bis zu vier Spielern gemeinsam gegen Bösewichte vorzugehen. Hier gilt es, alle KI-Feinde auf einer Karte zu eliminieren. Die Modi können entweder über Xbox Live oder per System-Link mit bis zu
16 Spielern gezockt werden. Kooperatives Terroristen-Jagen oder die Story sind zudem im Split-Screen zu zweit spielbar.
Ein paar Worte zur Deutschen VersionLeider war es der USK wieder einmal zu schlimm, ein Belohnungssystem für das Töten von Feinden einzubauen. Was in Mehrspieler-Partien seit Jahren Gang und Gebe ist, bleibt im Solopart ein rotes Tuch und führte prompt dazu, dass
Rainbow Six: Vegas 2 die Freigabe verweigert wurde. Nun, rund einen Monat nach dem Erscheinen der internationalen Version, gibt es eine angepasste deutsche Version, die man jedoch tunlichst meiden sollte. Zwar sind keinerlei Schnitte in punkto Gewaltdarstellung vorhanden, allerdings wurde das A.C.E.S.-System entfernt. Der Vorteil: Alle Waffen können direkt ausgewählt werden. Allerdings ist es nicht möglich, die deutsche Version mit anderen, nicht-deutschen Versionen zu spielen, was die Spieleranzahl in Onlinematches massiv einschränkt!