Höllisch gut und himmlisch schön. Darksiders begeistert auf allen Ebenen.
Zwischen Himmel und HölleAls Reiter der Apokalypse hat man es nicht immer leicht. Das muss auch Krieg am eigenen Leibe erfahren. Da wird er erst zum Weltuntergang und der alles entscheidenden Schlacht zwischen Himmel und Hölle gerufen, nur um dann zu sterben und anschließend auch noch festzustellen, dass die Apokalypse so gar nie hätte stattfinden dürfen. Schlimmer noch: Das höllische Tribunal verurteilt ihn wegen Bruch des Waffenstillstandes zur ewigen Verdammnis. Doch so einfach lässt sich Krieg nicht unterbuttern. Seiner mächtigen Kräfte und Waffen beraubt
will er Himmel und Hölle zugleich seine Unschuld beweisen. Der Rat willigt zögernd ein, stellt Krieg jedoch einen Beobachter zur Seite, welcher ihn auf Schritt und Tritt auf seinem Feldzug überwachen soll ...
Bereits hier merkt man, dass sich Vigil Games alle Mühe gegeben hat, ein
interessantes Setting auf die Beine zu stellen. Die großartige Inzenierung innerhalb zahlreicher Ingame-Sequenzen sowe die spannende Story mit einigen Wendungen tragen ihr übriges dazu bei. Hier merkt man klar die Handschrift des Comic-Zeichners Joe Madureira, welcher für die Art-Direction des Projekts verantwortlich war: Alles ist sehr bunt, blutig sowie fantasiereich gestaltet und irgendwo zwischen
Warhammer,
Warcraft und dem höllischen Krieger
Spawn anzusiedeln. Fans solcher Optik kommen also voll auf ihre Kosten.
Epische Suche nach der WahrheitDas eigentliche Spiel präsentiert sich als typisches Action-Adventure. Aus der Third-Person-Perspektive steuert man Krieg durch die postapokalyptische Welt, während die "Zelda-Formel" voll zum Tragen
» Held Krieg hat allen Grund sauer zu sein. |
kommt. Auf der Oberwelt steht vorwiegend das Erkunden der Gegenden und Meucheln bösartiger Dämonen sowie himmlischer Krieger auf dem Plan. Die Dungeons hingegen bieten vor allem Rätseleinlagen und dicke Bosskämpfe. Im Verlauf des mit rund
15 bis 20 Stunden übrigens recht üppigen Abenteuers findet man dabei so allerlei Ausrüstungs-Gegenstände, welche Krieg an vorher unzugänglichen Passagen weiterkommen lassen.
Das Repertoire ist vielseitig. So zertrümmert man mittels Eisenhandschuh Eisbarrikaden, entzündet per Wurfklinge Gaslecks, schwingt sich per Greifhaken über Abgründe oder erschafft Portale, um in bester
The Orange Box: Portal-Manier knifflige Teleporter-Rätsel zu lösen. Oft müssen verschiedene Werkzeuge natürlich auch kombiniert werden, um ans Ziel zu gelangen. Garniert wird das Ganze noch mit
Sprung-, Schwimm- und Kletterpassagen. Zusätzliche Abwechslung bringen der Flug auf dem Rücken eines Greifen sowie Kriegs Pferd Ruin, welches in den meisten Außengebieten jederzeit geritten werden kann. Natürlich ist die Spielwelt darüber hinaus mit allerlei Geheimnissen versehen, welche
zum Erkunden abseits der Hauptpfade einladen. So werden durch zusammengefügte magische Fragmente Kriegs Energiereserven dauerhaft gesteigert oder aus überall verstreuten Teilen entsteht eine mächtige Rüstung. Mächtige Runen hingegen bescheren Kriegs Waffen diverse Boni.
Von Engeln, Teufeln und der ultimativen KeilereiEine weitere Stärke von
Darksiders: Wrath of War ist das Kampfsystem. Der Fokus liegt auf Nahkampf - dazu stehen neben dem Chaosschwert noch eine Sense sowie ein Eisenhandschuh zur Auswahl.
» Die bombastischen Bossfights begeistern und fordern. |
Während das Schwert immer aktiv ist, kann zwischen den beiden anderen Waffen jederzeit gewechselt werden. Das Schwert ist dem Viereck-, die Zweitwaffe dem Dreieck-Button zugeordnet. Der Vorteil hiervon ist, dass sowohl die Hauptwaffe wie auch die aktive Nebenwaffe in
tödlichen Kombos miteinander kombiniert werden können. Zahlreiche Attacken müssen allerdings erst von einem Händler erworben werden. Als Währung dienen hier die üblichen Seelen, welche aus besiegten Gegnern fließen. So werden aus einfachen Schlägen schnell verheerende Manöver. Gegner lassen sich beispielsweise in die Luft schleudern und dort weiter beharken, mit Anlauf niederstrecken oder mit Hilfe verheerender Kreisel-Attacken gleich im Dutzend niedermähen.
Schwer angeschlagene sowie schwache Vertreter des
umfangreichen Gegner-Repertoires können mittels Kreis-Taste darüber hinaus mittels spektakulären Finishern vernichtet werden. Dabei verzichtet der Titel übrigens bis auf einige ganz wenige Ausnahmen sogar in den pompösen Bossfights auf Triggerevents. Unterstützend zu den brachialen Nahkampf-Attacken gesellen sich vier Zorn-Zauber, welche bei ihrer Benutzung Zorn-Energie verbrauchen, sowie eine Pistole. Außerdem kann die zuvor angesprochene Wurfklinge natürlich auch gegen Feinde eingesetzt werden. Als Ass im Ärmel kann sich Krieg bei voll aufgeladener Kraft für kurze Zeit in einen unbesiegbaren Dämonen verwandeln.
Flotte Ausweichmanöver und Konter-Attacken komplettieren das umfangreiche Kampfsystem schließlich.
Knallbunt und blutigDie zugrunde liegende Spielengine bietet ein
grundsolides Gerüst für den tollen Comic-Stil. Weitsicht, (Blut-)Effekte, Animationen und Charaktermodelle überzeugen auf ganzer Linie.
» Spätestens nun sollte der Gegner abhauen ... |
Sehr kurze Ladezeiten, sorgen für einen reibungslosen und unterbrechungsfreien Spielablaub. Einige technische Problemchen gibt es dennoch: So fehlt es einigen Gegenden - vor allem im Prolog - an Details und
leichtes Tearing ist hin und wieder erkennbar. Gerade beim Reiten auf Ruin machen sich zudem
Slowdowns bemerkbar. Wirklich störend ist allerdings keines dieser Mankos. Akustisch sticht vor allem die geniale englische Sprachausgabe hervor - doch auch die deutsche Synchro kann sich hören lassen. Kaum weniger beeindruckend geben sich der epische Soundtrack und die brachialen Soundeffekte.
Die Bedienung geht ebenfalls gut und intuitiv von der Hand: Springen, Klettern, Reiten, Kämpfen und Ausweichen funktionieren weitestgehend tadellos. Lediglich eine kleine Verzögerung beim Springen ist gewöhnungsbedürftig und lässt Krieg des Öfteren in Abgründe segeln. Da dies aber nicht den sofortigen Tod, sondern lediglich eine kleine Lebensenergie-Strafe mit sich bringt, ist es zu verschmerzen. Unnötigem Frust sorgen zudem weitestgehend gut gesetzte Checkpoints entgegen - auch wenn man bei üppigen Energiereserven nach dem Ableben nur mit halb gefüllter Energieleiste startet. Besonders vor Bosskämpfen sollte man hier mit einem manuellen Spielstand inklusive voller Lebensenergie vorsorgen.
Drei Schwierigkeitsgrade lassen übrigens jeden Spielertyp auf seine Kosten kommt, ob Anfänger oder Profi. Wer eine Herausforderung sucht sollte jedoch direkt auf dem schweren Schwierigkeitsgrad anfangen, da der Titel auf normal etwas zu seicht ausgefallen ist.