Spaßiger Mix aus Aufbausimulation und RPG in Knuddeloptik.
Herrscher statt Streiter Die Worte
Final Fantasy verbindet man automatisch mit strahlenden Helden, finsteren Dungeons und allerlei Monstern, die es zu verkloppen gilt. Kein Wunder, stand in Titeln der
» Was hat es mit dem Kristall auf sich? |
Final Fantasy-Reihe neben einer aufregenden Geschichte bisher auch immer das Metzeln von Widersachen und Aufleveln der Gefährten im Vordergrund. Auch in
Final Fantasy Crystal Chronicles: My Life as a King spielen diese Features eine Rolle. Allerdings begibt sich der Spieler hier nicht selbst in Gefahr, sondern
lässt dies andere für einen erledigen.
Als Herrscher eines Königreichs ist er nämlich nur für die
Verwaltung seines Landes verantwortlich. Dazu gehört neben dem Bau von Gebäuden und Einrichtungen natürlich auch das Anstellen und Befehligen von Helden. Diese wiederum begeben sich dann auf Anweisung in Dungeons und schaffen wertvolle Rohstoffe ins Königreich, von denen neue Gebäude gebaut und weitere Streiter angeheuert werden können. Neben Wohnhäusern, welche Einwohner und somit Steuern einbringen, gibt es hier auch allerlei Spezialeinrichtungen. So können Helden im Park entspannen, was ihre Moral steigert, während diverse Shops sie mit neuen und besseren Waffen versorgen.
Einfache Bedienung Während des Spielverlaufs schaffen die Heroen auch Baupläne für neue Gebäudetypen heran. So können Tempel, Magierschulen, Diebesgilden und Handelszentren erbaut werden, welche das
» Das Bauen von Gebäuden steht im Mittelpunkt. |
Ausbilden neuer Heldenklassen ermöglichen oder rare Gegenstände ins Königreich schaffen. Die Bedienung des Spiels findet nicht etwa wie in anderen Aufbausimulationen aus der Vogelperspektive, sondern einer klassischen
Third-Person-Ansicht statt. So steuert man sein virtuelles Alter Ego durch die Straßen seines Königreiches, redet mit den Bürgern, um Neuigkeiten zu erfahren (was oftmals gleichzeitig als Tutorial dient) und baut Gebäude per Kontextmenü.
Helden werden über ein schwarzes Brett in Dungeons geschickt. Am Ende jedes Spieltages gibt es darüber hinaus eine praktische Übersicht über sämtliche Einnahmen und Ausgaben sowie die Fortschritte der Helden. Besonders erfolgreiche Streiter dürfen darüber hinaus mit Medallien belohnt werden, welche dauerhafte Statusboni verleihen.
In Forschung investiertes Geld versorgt die Helden zudem mit neuen Fertigkeiten, besseren Waffen und mächtigeren Zaubern.
Zusatzcontent für Extra-Kohle Technisch bewegt sich das Spiel auf solidem Wii-Niveau. Die 3D-Grafik überzeugt vor allem durch ihren
liebevollen Stil und die knuffigen Charaktere. Alles ist sehr bunt und
» Die Moogle-Brothers sind hilfreiche Gefährten. |
kindgerecht gestaltet, was den Titel prinzipiell auch für jüngere Spieler sehr interessant macht. Leider macht ein anderes Manko diesen vermeintlichen Vorteil zunichte:
Final Fantasy Crystal Chronicles: My Life as a King ist nicht übersetzt und kommt auch auf dem deutschen Wiimarktplatz
komplett auf Englisch daher. Jüngere Spieler werden daher nur wenig von dem teils recht anspruchsvollen Englisch verstehen.
Beim Sound bietet der Titel verträumte Musikstücke und solide Soundeffekte, aber keinerlei Sprachausgabe. Statt dessen gibt es wie in zahlreichen Nintendo-Spielen nur raunende Spielfiguren. Weniger schön ist Square-Enix' Politik der herunterladbaren Zusatzcontents. Um in den vollen Umfang des Spiels zu kommen – also alle Heldenberufe, Gebäude, Dungeons und Kostüme – muss man neben den 1500 Punkten Anschaffungskosten nochmal in etwa genausoviele Punkte auf dem Ingame-Marktplatz lassen. Glücklicherweise sind diese Inhalte nicht zwingend notwenig.
Auch ohne Zusatzkontent macht der Titel viel Spaß.