Innovativ-einfallsreiche Online-Variante der Kult-Serie, die für immensen Spaß sorgt.
Das dritte Mal online mit Snake & Co.Nachdem bereits die Neuauflage von
Metal Gear Solid 3: Snake Eater names
Subsistance sowie das PSP-Sequel
Metal Gear Solid: Portable Ops über einen Online-Modus verfügten, bekommt nun auch
» Chaos auf dem Schlachtfeld. |
ersehnte vierte Teil der Reihe -
Metal Gear Solid: Guns of the Patriots - einen solchen spendiert. Abseits des genialen, umfangreichen Solo-Modus (
zum Review) sorgt dieser für etliche weitere Stunden Spaß und Unterhaltung zusammen mit bis zu 15 anderen Spielern.
Bevor es jedoch in die Schlacht geht, muss allerdings zunächst ein Charakter erstellt werden. Hier hat der Spieler nicht nur die Kontrolle über das Aussehen seines virtuellen Alter Egos, sondern bestimmt auch dessen Stärken und Schwächen. Aus einer umfangreichen Skillliste wählt man zunächst vier Spezialfertigkeiten, welche beispielsweise den Umgang mit bestimmten Waffentypen oder die Laufgeschwindigkeit des Protagonisten festlegen.
Wie Metal Gear Solid, nur online Metal Gear Online setzt dabei nicht nur auf Standardfähigkeiten. Viele der Skills bieten Vorteile für das gesamte Team. Mittels
S/O/P – einem hypermodernen Kommunikationssystem – lassen
» Schockierende Nahkampferfahrung. |
sich beispielsweise Feinde für Verbündete markieren oder Fallen entdecken. Jedes Talent kostet zunächst einen von vier Punkten. Im Verlauf des Spiels werden die Fertigkeiten trainiert und automatisch verbessert. Höherwertige Skills kosten dann allerdings auch mehr Punkte, so dass man stets abwägen muss, ob man nun ein echter Experte in einer Kategorie oder lieber in mehreren „ganz gut“ sein will.
Das Spiel selbst mixt klassische Third-Person-Multiplayer-Action im Stile eines
S.O.C.O.M. - US Navy Seals mit sämtlichen Möglichkeiten, die man auch in einem Offline-
Metal Gear Solid-Teil hat. Jeder Spieler verfügt über ein
extrem reichhaltiges Repertoire an Bewegungen und Ausrüstungsgegenständen. So kann man beispielsweise an Vorsprüngen entlang hangeln, hinter Objekten in Deckung gehen, am Boden liegend Feinde aus sicherer Entfernung ausschalten oder schnelle Seitwärtsrollen ausführen.
C.Q.C. – Schlag mich, Baby!Am besten kommt der immense Bewegungsreichtum allerdings im
Nahkampfystem zur Geltung. Feinde lassen sich nicht nur mit unbeholfenen Schlägen wie in den meisten vergleichbaren
» Noch sind wir nicht tot! |
Titeln malträtieren, sondern richtig interaktiv vermöbeln. So kann man diese in den Schwitzkasten nehmen und als menschlichen Schutzschild missbrauchen, sie aus dem Lauf zu Boden reißen, betäuben oder aus dem Schatten heraus mit einem Messer erledigen.
Zusätzliche Komplexität bringen die
vielen Waffen und Ausrüstungsgegenstände. Hier zeigt sich am besten, wie hervorragend man den Humor der Reihe in den Mehrspieler-Modus transferiert hat. Neben gut ausbalancierten Waffen mit individuellen Vorteilen – von der Pistole bis zum Raketenwerfer – darf hier auch auf
unkonventionelle Items wie Kisten, Ölfässer und Pornoheftchen zurückgegriffen werden. Fässer und Kisten dienen zur Tarnung. Erstere können darüber hinaus als Waffe missbraucht werden, um Feinde über den Haufen zu rollen(!). Ausgelegte Pornoheftchen hingegen lenken Soldaten ab und lassen sie einige Sekunden an Ort und Stelle verharren. Ein gefundenes Fressen für versierte Heckenschützen.
Gemeinsam sind wir stark!Ein weiteres cooles Feature ist die
Interaktion zwischen Verbündeten. Ähnlich wie in
Army of Two kann man sich gegenseitig an Vorsprüngen hinauf helfen oder Kampfunfähige aus der Schusslinie tragen und
» Sexheftchen sind interessanter als Krieg. |
aufpäppeln. Und natürlich ist nichts cooler, als einen im Schwitzkasten befindlichen Freund mit einem beherzten Kopfschuss auf den Feind zu befreien. Solche Aktionen bieten nicht nur weitere taktische Möglichkeiten auf den sehr gut designten Maps, sondern
stärken vor allem das Teamgefühl. Nur wenige andere Online-Shooter geben dem Spieler ein so starkes Gruppen-Feeling wie
Metal Gear Online.
Nicht weniger gelungen und einfallsreich wie das Grundgerüst des Spiels sind die
Spiel-Modi ausgefallen. Jeder-gegen-Jeden, Team-Deathmatch und das Erobern von Zonen sind hier noch die konventionellsten Vertreter. Capture the Flag gibt es in einer abgewandelten Form. Statt Flaggen müssen zwei Parteien Maskottchen in ihre Basis bringen und dort für eine gewisse Zeit halten. Jedes Team hat also die Aufgabe, gleichzeitig die insgesamt zwei Figuren zu verteidigen und zu erobern, was oft für echten Stress in den Mehrspieler-Partien sorgt.
Snakes großer SchleicheinsatzDen Vogel schießt allerdings der Schleicheinsatz ab. Auch hier treten zwei Teams gegeneinander an. Einer der Spieler ist allerdings Old Snake und muss versuchen,
innerhalb eines Zeitlimits drei Gegner zu betäuben und
» "Melde mich zum Einsatz!" |
diesen ihre Hundemarken zu stehlen. Snake gewinnt, sobald er drei Marken, ohne zwischendurch zu sterben, eingesammelt hat. Läuft die Zeit ab, trägt das Team mit den meisten Abschüssen den Sieg davon. Außerdem gewinnt ein Team, sobald es Old Snake drei Mal zur Strecke gebracht hat. Dem Schleichexperten stehen natürlich weitaus bessere Fähigkeiten und Waffen zur Verfügung wie den anderen Spielern.
Vor allem der Tarnanzug, welcher Snake beim Lehnen an Wände oder Kauern auf dem Boden unsichtbar macht, ist hier ein immenser Vorteil. Bei vielen Spielern bekommt er zudem noch die Unterstützung eines Kameraden,
welcher als unsichtbarer Mini-Roboter MKII Feinde betäubt. Dennoch bleibt es für Snake vor allem bei erfahrenen Gegenspielern ein äußerst schwieriges Unterfangen zu gewinnen, was nicht zuletzt auch von einer gehörigen Portion Glück und der gewählten Karte abhängig ist. An dieser Stelle auch noch ein paar Worte zum Drebin-Modus: Jede Karte und jeder Spielmodus kann optional mit sogenannten DPs (Drebin-Punkten) gespielt werden, welche für gutes Kämpfen aufs Konto wandern. Mit diesen lassen sich vor dem Neueinstieg nach dem Ableben Waffen in einem Shop kaufen und modifizieren.
Einarbeitungszeit vorausgesetztSo viel Komplexität und so viele Möglichkeiten sowie Spielmodi benötigen natürlich eine gewisse Einarbeitsungszeit. Vor allem die umfangreiche, aber sehr durchdachte Bedienung hindert Neueinsteiger daran,
sofort die krassesten Manöver durchzuführen. Newbies sei daher das
umfangreiche Tutorial wärmstens ans Herz gelegt, welches einen perfekt auf bevorstehende Schlachten vorbereitet. Zu guter Letzt noch ein Einblick in die Technik des Spiels: Musikalisch kann man aus zahlreichen Metal Gear-Stücken selbst eine Wahl treffen und im Respawn-Menü jederzeit ändern. Wahlweise lässt sich die Musik auch ganz deaktivieren. Grafisch wird echter Augenschmaus geboten, der dank seines sehr
dreckigen Looks für optimale Kriegsatmosphäre sorgt. Lediglich flimmernde Schatten und eine nicht immer konstante Framerate fallen hier negativ ins Auge.
Etwas zwiespältig hingegen zeigt sich Konamis Onlinesystem. Dieses ist losgelöst vom PSN und erfordert einen eigenen Account. Dafür wird man mit einem umfangreichen Kommunikationssystem inklusive Freundeslisten und Messanging-System entschädigt. Löblich auch die Möglichkeit während des Spiels eine Tastatur anzuschließen, um mit anderen zu chatten. Headset-Kommunikation wird selbstverständlich auch unterstützt. Beim Umfang wissen vor allem die etlichen Einstellungsmöglichkeiten, vielen gelungenen Spielmodi und zahlreichen Waffen zu überzeugen. Weniger löblich ist allerdings die geringe Anzahl an Karten. Gerade einmal fünf Maps sind im Starterpaket enthalten. Allerdings will Konami hier schon bald mit (wahrscheinlich kostenpflichtigen) Downloads nachhelfen.