Gutes Steuerungsmodell versus Schwächen bei der Präsentation.
Offroadspaß für zwei oder vier Räder Fans von Motocross, Supercross sowie den vierrädrigen ATVs haben in den letzten Jahren kaum neue Kost erhalten, doch das von
THQ vor kurzem veröffentlichte
MX vs. ATV Reflex soll für frischen Wind im Genre sorgen. Der bereits
» Terrain Deformation in Action. |
dritte Ableger der Offroad-Spielreihe
vereint sowohl Rennsportarten für Motorräder als auch Quads. Auch gibt es Mixed-Bewerbe, in denen mit allen möglichen Gefährten gegeneinander angetreten werden darf. Entwickler
Rainbow Studios hat darüber hinaus viele Features überarbeitet und verspricht eine authentische Steuerungsmechanik, ein neues Physikmodell sowie
Terrain Deformation.
Diese wesentlichste Erweiterung im Gameplay ist jedoch
nicht als kosmetischer Aufputz, wie in zahllosen anderen Titeln, zu verstehen. In
MX vs. ATV Reflex stellt der "verformbare Untergrund" einen
wichtigen Bestandteil des Spielgeschehens dar. Besonders auf Motorrädern sind Wellen, Schikanen und Risse im Boden deutlich ausgeprägt und wirken sich auf das Fahrverhalten aus. Vom Spieler wird also
aktives Mitdenken und -lenken erwartet. So gilt es oftmals, die Ideallinie durch eine Parcours zu finden, um nicht einen Abstieg über die Vorderachse zu riskieren. Dank des soliden Physikmodells kommen auch ATVs, Buggys und Trucks durchaus orderntlich ins Schleudern, wenn eine Passage zu hart genommen wird.
Renngeschehen ohne große Schnörkel Zu Beginn des Spiels kreiert man eine "Motocard", welche der Spielfigur Gewand, Helm sowie (Spitz-)Namen und Nummer des Tricots zuordnet. Ein ausführliches Tutorial macht sogleich mit den Grundlagen der Steuerung vertraut.
Im Hauptmenü stehen Arcade/Einzelrennen, Mehrspieler on- und offline sowie die Karriere zur Auswahl. Den wohl
wesentlichen Teil der Spielzeit nimmt die Motocareer in Anspruch, in der die vielfältige Events (Free Ride, Waypoint & Omnicross Race, Hill Climb, Trailblazer etc.) nacheinander runtergespult werden. Auf schmückendes Beiwerk wie eine Story oder Auflockerung in Form von Zwischensequenzen hat
THQ leider verzichtet.
Dafür trägt die Steuerung viel zum
authentischen Spielgefühl bei. Mit dem L-Stick bestimmt man grundsätzlich die Fahrtrichtung und nach besonders gewagten Sprüngen kann das Vehikel dank schneller Reaktion auch vor einem Sturz bewahrt werden. Der R-Stick
verlagert das Gewicht (= die Spielfigur). Dies führt zu einem völlig neuen Rennspielerlebnis, da dank der möglichen Kombinationen stets neue Optionen zur Gestaltung des eigenen Fahrstils entstehen. Bei Sprüngen darf man
tief in die Trickkiste greifen, was bei gelungenen Stunts wiederum gut für das Punktekonto ist. Doch Vorsicht! Wer es mit den Geschicklichkeitseinlagen übertreibt, schluckt sofort Staub und Dreck.
Schwächen bei der Präsentation Im Mehrspielermodus dürfen bis zu 16 Spieler gleichzeitig gegeneinander antreten. Das Spielgeschehen läuft dank
Playlists, in denen Freunde/Events zusammen gefasst werden können, gleich von der ersten Minute
in geordneten Bahnen. Auch die Framerate bleibt solide und vor allem treten Lags höchst selten auf. Besonders schön ist, dass auch an einen
Splitscreen-Modus für zwei Spieler offline gedacht wurde. Wer lieber alleine zockt, kommt zwar auch auf seine Kosten, allerdings fahren einen die ziemlich
rüpelhaften KI-Gegner öfters als einem lieb sein kann über den Haufen. Allgemein verkommt die Kollisionsabfrage oft einfach zur reinen Glückssache, was natürlich schade ist.
Grafisch zeigt sich
MX vs. ATV Reflex solide,
bleibt jedoch echte Highlights schuldig. Matschige Texturen und die eher einfallslos gestalteten Rennstrecken sowie pixelige Umgebungen fallen unschön auf. Auch der Terrain Deformations-Mechanismus, so gut er für das Renngeschehen auch ist, wirkt optisch unansehnlich. Ständig scheint es so, als ob sich vor dem eigene Vehikel wellenförmige Bodenveränderungen dahinschieben. Auch Soundtrack und die Geräuschkulisse fallen eher unspektakulär aus. Vor allem die
wenig abwechslungsreichen Motorensounds vermitteln eine eher bescheidene Atmosphäre. Dazu kommen noch ewige Ladezeiten, die zum Glück ein Minigame enthalten, um nicht zur Geduldsprobe zu verkommen.