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MX vs. ATV Reflex

» Autor: Georg Gruber
» Datum: 10.03.2010
» Gesamtwertung:
/5
3/5: Unterhaltsam
mit diversen Glanzpunkten.
Wie wir bewerten
Gutes Steuerungsmodell versus Schwächen bei der Präsentation.

Offroadspaß für zwei oder vier Räder
Fans von Motocross, Supercross sowie den vierrädrigen ATVs haben in den letzten Jahren kaum neue Kost erhalten, doch das von THQ vor kurzem veröffentlichte MX vs. ATV Reflex soll für frischen Wind im Genre sorgen. Der bereits
» Terrain Deformation in Action.
dritte Ableger der Offroad-Spielreihe vereint sowohl Rennsportarten für Motorräder als auch Quads. Auch gibt es Mixed-Bewerbe, in denen mit allen möglichen Gefährten gegeneinander angetreten werden darf. Entwickler Rainbow Studios hat darüber hinaus viele Features überarbeitet und verspricht eine authentische Steuerungsmechanik, ein neues Physikmodell sowie Terrain Deformation.

Diese wesentlichste Erweiterung im Gameplay ist jedoch nicht als kosmetischer Aufputz, wie in zahllosen anderen Titeln, zu verstehen. In MX vs. ATV Reflex stellt der "verformbare Untergrund" einen wichtigen Bestandteil des Spielgeschehens dar. Besonders auf Motorrädern sind Wellen, Schikanen und Risse im Boden deutlich ausgeprägt und wirken sich auf das Fahrverhalten aus. Vom Spieler wird also aktives Mitdenken und -lenken erwartet. So gilt es oftmals, die Ideallinie durch eine Parcours zu finden, um nicht einen Abstieg über die Vorderachse zu riskieren. Dank des soliden Physikmodells kommen auch ATVs, Buggys und Trucks durchaus orderntlich ins Schleudern, wenn eine Passage zu hart genommen wird.

Renngeschehen ohne große Schnörkel
Zu Beginn des Spiels kreiert man eine "Motocard", welche der Spielfigur Gewand, Helm sowie (Spitz-)Namen und Nummer des Tricots zuordnet. Ein ausführliches Tutorial macht sogleich mit den Grundlagen der Steuerung vertraut.
» It's tricky!
Im Hauptmenü stehen Arcade/Einzelrennen, Mehrspieler on- und offline sowie die Karriere zur Auswahl. Den wohl wesentlichen Teil der Spielzeit nimmt die Motocareer in Anspruch, in der die vielfältige Events (Free Ride, Waypoint & Omnicross Race, Hill Climb, Trailblazer etc.) nacheinander runtergespult werden. Auf schmückendes Beiwerk wie eine Story oder Auflockerung in Form von Zwischensequenzen hat THQ leider verzichtet.

Dafür trägt die Steuerung viel zum authentischen Spielgefühl bei. Mit dem L-Stick bestimmt man grundsätzlich die Fahrtrichtung und nach besonders gewagten Sprüngen kann das Vehikel dank schneller Reaktion auch vor einem Sturz bewahrt werden. Der R-Stick verlagert das Gewicht (= die Spielfigur). Dies führt zu einem völlig neuen Rennspielerlebnis, da dank der möglichen Kombinationen stets neue Optionen zur Gestaltung des eigenen Fahrstils entstehen. Bei Sprüngen darf man tief in die Trickkiste greifen, was bei gelungenen Stunts wiederum gut für das Punktekonto ist. Doch Vorsicht! Wer es mit den Geschicklichkeitseinlagen übertreibt, schluckt sofort Staub und Dreck.

Schwächen bei der Präsentation
Im Mehrspielermodus dürfen bis zu 16 Spieler gleichzeitig gegeneinander antreten. Das Spielgeschehen läuft dank Playlists, in denen Freunde/Events zusammen gefasst werden können, gleich von der ersten Minute
» Full Throttle.
in geordneten Bahnen. Auch die Framerate bleibt solide und vor allem treten Lags höchst selten auf. Besonders schön ist, dass auch an einen Splitscreen-Modus für zwei Spieler offline gedacht wurde. Wer lieber alleine zockt, kommt zwar auch auf seine Kosten, allerdings fahren einen die ziemlich rüpelhaften KI-Gegner öfters als einem lieb sein kann über den Haufen. Allgemein verkommt die Kollisionsabfrage oft einfach zur reinen Glückssache, was natürlich schade ist.

Grafisch zeigt sich MX vs. ATV Reflex solide, bleibt jedoch echte Highlights schuldig. Matschige Texturen und die eher einfallslos gestalteten Rennstrecken sowie pixelige Umgebungen fallen unschön auf. Auch der Terrain Deformations-Mechanismus, so gut er für das Renngeschehen auch ist, wirkt optisch unansehnlich. Ständig scheint es so, als ob sich vor dem eigene Vehikel wellenförmige Bodenveränderungen dahinschieben. Auch Soundtrack und die Geräuschkulisse fallen eher unspektakulär aus. Vor allem die wenig abwechslungsreichen Motorensounds vermitteln eine eher bescheidene Atmosphäre. Dazu kommen noch ewige Ladezeiten, die zum Glück ein Minigame enthalten, um nicht zur Geduldsprobe zu verkommen.
Pro
Frischer Wind in Sachen Steuerung
Authentisches Physikmodell
Solide "Terrain Deformations"-Mechanik
Viele verschiedene Modi
Innovativ präsentierte Ladezeiten ...
Contra
... die jedoch ewig lange ausfallen
Wenig Abwechslung für Solospieler
Öde Umgebungsgrafik
Kleinere KI-Kapriolen
Fazit
Angeblich braucht man ja drei Versuche um alles richtig zu machen. Doch hier scheint das nicht zu gelten: MX vs. ATV Reflex hat bei mir jedoch großteils gemischte Gefühle hervorgerufen. Auf der einen Seite weiß die gute neue Steuerungmethode mit dem R-Stick zu begeistern. Vor allem bei Sprüngen kommt es wirklich darauf an, "im Rhythmus" das Gewicht richtig zu verlagern. Auch geht es nie darum, nur mit plattem Bleifuss durch die Parcours zu rasen. Gefühlvolle Beschleunigungs- und Bremspassagen wechseln sich ab und vermitteln, dank gutem Physikmodell, ein authentisches Fahrgefühl. Auf der anderen Seite hat mich aber vor allem die Grafik abgetörnt. Vom Hocker haut die im Jahr 2010 keinen mehr. Selbst das viel beworbene Feature der "Terrain Deformations" war z.B. im über zwei Jahre alten Sega Rally beeindruckender. Letztendlich ist für mich jedoch die fehlende Abwechslung und die unspektakulär gestaltete Solokarriere ausschlaggebend für die Wertung. Wer die Vorgänger nicht kennt, wird mit MX vs. ATV Reflex gut bedient, die ganz große Offenbarung in Sachen Offroad-Racing bleibt THQ aber schuldig. Hoffen wir also auf die vierte Auflage.
Infos
Erhältlich für
Genre
Racing
   Off-Road
Publisher
THQ
Entwickler
Rainbow Studios
Website
-
Release
05. Februar 2010
Spiel kaufen
»  Game World
»  game4game
User-Bewertung
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